Auf PlasticThinking: Moe’s Blog wird momentan verdeutlicht wie scheinbar kleingeistig die (deutschsprachige?) Blogger-Gemeinde ist. Obgleich Moe selber die richtige Frage stellt

"Warum wir keine Blogger-Kampagnen gegen Softwarepatente, Ölkriege, Hartz IV, Videoüberwachung oder neue Polizeigesetze haben, lassen wir dabei mal lieber aussen vor."

wird emsig (fast 50 Kommentare und Trackbacks) über Vor- und Nachteile von, und jetzt alle die zu dieser ca. 500 Köpfigen Subkultur nicht dazugehören abschalten, rel=”nofollow” gesprochen.

sum1 möchte sich da nicht anschließen, auch weil er sich nicht zum inneren Kreis der sogenannten Blogger-Szene zugehörig fühlt. Aber vor Allem: Für den Rest der Welt heißt nofollow: Ein Sack Reis ist in China umgefallen.

Trotz der Eingangs formulierten Frage schaffen es die Blogger nicht über ihren beschränkten Tellerrand zu schauen.

Dabei muß ich Moe korrigieren, es gab etwa eine Blogger-Initiative gegen Software-Patente, aber die Herrschaften die so fleißig Reden schwingen haben sich nicht Blicken lassen.

Es gab auch etliche Blogs die was zu Hartz 4 geschrieben haben, aber allesamt waren sie nicht Honoratioren der Blogger-Community. Diese unterhält sich am liebsten eben über Belanglosigkeiten und bewegt gar nicht erst den kleinen Finger. Sie ist hochgradig selbstreferentiell und von der realen Welt abgeschottet. Es ist nämlich sehr schön sich eine Scheinwelt zu erschaffen in der es sich über Interna palavern läßt. Diese unterscheidet sich beim Bloggen aber nur geringfügig von MUDs, Online-Spielen in denen sich die User Parallelwelten schaffen in die sie flüchten können.

Purer Eskapismus. Langsam wird es Zeit das das “noobey”-Attribut einzufügen.

Ich meine, glaubt denn irgendwer ernsthaft, daß ein weltweiter Monopolist wie Google sich einen Dreck schert darum? Das erinnert sum1 an die polnische Petition an Macromedia man möge doch bitte polnische Zeichen (diese sind ja nicht mal kyrillisch) in Flash zu unterstützen. Diese blieb jahrelang ungehört. Get open source, suckers!

Eine andere Vermutung als das Blogger hierzulande nur narzisstisch sind: Blogger in Deutschland sind per se rechtskonservativ und daran interessiert das Satus Quo zu erhalten…

Wenn die Welt untergeht werden sich die Blogger jedenfalls über korrektes XHTML austauschen. Das unetrscheidet auch Journalismus vom Bloggen, letzteres fühlt sich der Gesellschaft in keinerlei Weise verantwortlich, während ersteres es wenigstens versucht hatte.