Paris Hilton powered by Banksy

Alle freuen sich. Paris Hilton, nein, das ist kein Hotel in Paris, sondern ein singendes Skelett, wurde von Banksy, Nummer 1 Culture Jammer of the World “subvertised”.
Banksy wurde “boing boinged” samt ihm mein Verwandter und Banksy Fan Nerdcore, die Popnutten oder Fabu sind ebenfalls mit von der Partie. Auch spammig-kommerzielle Download-Seiten werden nebenbei beworben die gleich “Girls in Berlin” anbieten.

Die Aktion ist eine Mischung aus Visual Kidnapping und Shopdropping aber das Ergebnis ist nicht Subvertising im Sinne des Culture Jamming sondern Absatz-förderndes Guerilla Marketing. sum1 hat gezweifelt, dass Banksy, eben noch bei sum1 geehrt für seine Guantanamo-Werke, diese Aktion selbst initiiert haben soll, doch er wurde eines besseren belehrt, Banksy bekennt sich auf seiner Homepage dazu.

Warum die Zweifel? Man muß nicht Rebel Sell lesen um zu ahnen: hier wurde der klassische Fehler des unreflektierten Culture Jamming begangen. Die Subversion wird zum Verkaufsmotor des zu subvertierenden Produkts. Kein Wunder also, dass von den 500 Sammler-Exemplaren keines zurückgegeben oder reklamiert wurde. Im Gegenteil, schon bald werden diese bei Ebay [danke an "sechs" im Kommentar] zu horrenden Preisen als “echte Banksy” verkauft. Mehr noch, bald werden die Banksys in den Werbeagenturen nachkommen: Busting Adbusters.

Sogar die US Army bewirbt sich schon so:

Denn das Produkt wurde nur durch eine “authentische” und “rebellische” Ebene ergänzt. Es wurde zum Unikat gemacht a la Pop Art und aus der Massenproduktion entzogen. Die Aussage geht fast unter, aber die Publicity (vergessen wir nicht any publicity is good publicity) im Sinne von “viral” ist unermesslich. Zudem wird Paris Hilton nun überall da erwähnt und damit beworben wo sie sonst nicht hingekommen wäre. Selbst bei sum1. Aber sum1 konnte sich eine Kurzanalyse dessen nicht verkneifen.

Fazit: Auch alternative Medienstars wie Banksy begehen Fehler und, Culture Jamming ist nur ein erfolgreicher Schlag der Meme Warfare wenn es wohlüberlegt und dem Guerilla Marketing zwei Schritte voraus ist, alles andere ist Friendly Fire.